Beliebig viele Testadressen
Wer einen Newsletterversand konfigurieren oder einen Server aufsetzen möchte, auf den Nutzer nur nach Authentifizierung zugreifen sollen, braucht zumindest in der Aufbauphase mehrere bis viele Mailadressen für Testzwecke. Nun kann man zwar bei GMX, Web.de oder FreeNet und diversen anderen Anbietern kostenlos Mailadressen anlegen, aber gemessen am Zweck dauert das Anlegen zu lange. Noch mehr Zeit geht drauf, wenn man zur Abfrage der Mailboxen nicht das Webinterface des Anbieters, sondern den eigenen Mail-Client einrichtet. Deshalb skaliert dieser Ansatz schlecht, führt zu vielen letztlich überflüssigen Mailadressen und erzeugt unnützen IP-Verkehr zu den diversen Mailboxen.
Einige Mailanbieter haben das offenbar erkannt und als Lösung den Namensraum ihres Eingangs-SMTP-Mailservers um die Plusaddressierung erweitert. Hängt man nämlich an den Benutzernamen eine Erweiterung wie +test1 oder +test2 an, generiert man aus Sicht eines Webservers technisch unterschiedliche, aber gültige Namen wie [email protected], [email protected] und so weiter.
Das kann man nutzen, um Newsletter an mehrere Empfänger gleichzeitig zu verschicken oder mehrere Nutzerkonten (etwa mit unterschiedlichen Rechten) auf dem Webserver mit unterschiedlichen Rechten zu registrieren (Lesen, Schreiben, Admin). Das Anhängsel, das mit + beginnt (Tag), kann man beliebig wählen. Beispiele: [email protected], [email protected], [email protected], [email protected] und so weiter.
Der Clou ist, dass Mailanbieter, die die Plusadressierung implementiert haben, all diese Adressvarianten gleich behandeln und eingehende Mails in derselben Inbox von [email protected] ablegen. Auch bleibt die Empfängeradresse, also etwa [email protected], im Mail-Header erhalten. Deshalb kann man solche Mails auch filtern oder die Plusadressierung zum Tracking verwenden (prüfen, ob Dienste die eigene Mailadresse weitergeben).
Die Plusadressierung ist eine IETF-Spezifikation und wird auch Subadressierung oder Tagged Addressing genannt. Es gibt einige Besonderheiten zu beachten, darunter etwa die Behandlung von Leer- und Sonderzeichen. Details sind im RFC 5233 niedergelegt (Sieve Email Filtering: Subaddress Extension). Die Plusadressierung bieten einige moderne E-Mail-Anbieter, beispielsweise Google mit Gmail, Microsoft mit outlook.com 365 oder Apple mit iCloud.