Apple Pencil: Günstige Alternativen

Teilen
Apple Pencil: Günstige Alternativen

Ein User behauptet, dass nur der Original-Pencil von Apple keine Störungen verursacht, wenn man beim Schreiben das iPad mit dem Handballen berührt. Stimmt das? Oder gibt es günstigere Pencils für das iPad, die genauso gut funktionieren wie der von Apple? Es dreht sich um ein Pencil für das iPad der 10. Generation.

Um es gleich zu sagen: Diese Behauptung ist falsch. Die Handballenerkennung (Palm Rejection) ist kein exklusives Feature der originalen Pencils von Apple. Moderne iPads unterscheiden bereits hardwareseitig zwischen der Spitze eines aktiven Eingabestifts und der Hand. Sobald das iPad das digitale Signal eines kompatiblen Stifts registriert, ignoriert es Berührungen des Handballens auf dem Display. Das Signal senden mittlerweile unzählige günstige Alternativen auf dem Markt genauso fehlerfrei wie Apples Original.

Generell gilt aber folgendes: Nicht jeder „iPad-Stift“ ist gleich:
• Passive Gummi- oder Kapazitivstifte funktionieren am iPad wie ein Finger. Dadurch sind sie zwar preisgünstig, aber sie enthalten keine zuverlässige Handballenerkennung.
• Aktive Stifte für Pencil-kompatible iPads unterscheiden den Eingabestift und den Handballen (Palm Rejection), sodass typische Notiz-Apps reibungslos auch bei aufgelegtem Ballen funktionieren — auch sehr günstige Modelle.
• Das iPad-Modell muss Apple-Pencil-fähig sein; auf älteren, nicht kompatiblen iPads lässt sich diese Funktion durch einen Stift nicht nachrüsten. Aber das iPad der 10. Generation eignet sich grundsätzlich für Pencils gemäß Apples Spezifikation. Somit kommen technisch das aktuelle Apple Pencil mit USB‑C-Anschluss als auch das Apple Pencil der 1. Generation infrage.

Aber aufgepasst: Apple Pencil 2 und Apple Pencil Pro sind beide NICHT kompatibel mit dem iPad 10. Einfache kapazitive Universalstifte eignen sich auch NICHT, wenn es um Handballenerkennung geht.

Wenn Sie den Stift hauptsächlich zum Schreiben, für Notizen (z. B. in Goodnotes) oder zum Markieren von PDFs brauchen, können Sie bedenkenlos zu einer günstigeren Alternative greifen. Die Handballenerkennung funktioniert dort tadellos. Zwei Beispiele für geeignete Stifte fremder Hersteller: Der Logitech Crayon kostet aktuell 70 bis 80 € und ist ausdrücklich für das iPad 10 vorgesehen. Logitech hat ihn zusammen mit Apple entwickelt; er nutzt Apple-Pencil-Technik und bietet pixelgenaues Schreiben und dynamische Neigungserkennung. Der Metapen A8 kostet 20 bis 40 € und der Hersteller führt das iPad der 10. Generation explizit in seiner Kompatibilitätsliste auf. Palm Rejection sowie Neigungserkennung sind eingebaut.

Weshalb sind Apples Stifte deutlich teurer: Viele günstige Stifte erkennen zwar den Neigungswinkel (nützlich für dickere Linien etwa beim Schattieren), aber nicht, wie fest man aufdrückt; diese Technik nachzubauen, ist nicht einfach. Wenn man auf dem iPad digital malen oder zeichnen möchte, führt am originalen Apple Pencil kaum ein Weg vorbei. Nur für reinen Text spielt es keine Rolle, welchen der geeigneten Stifte man nimmt.

Der Vergleich auf einen Blick

FeatureOriginal Apple Pencil (je nach Modell)Günstige Alternativen (z. B. Metapen, Logitech)
HandballenerkennungPerfektPerfekt
Schreibgefühl & PräzisionExzellentNahezu identisch (keine spürbare Verzögerung)
DruckempfindlichkeitJa (wichtig für Künstler)Nein (nur Neigungswinkel für Schattierungen)
ZusatzfunktionenDoppeltippen, Rotationserkennung, "Wo ist?"-SucheMeist nur einfache Touch-Bedienung am Stiftende
PreisCa. 90 – 150 €Ca. 20 – 40 € (Logitech ca. 70 €)