MagSafe-Stromanschluss und Wasser
Apple hat die aktuelle MacBook-Pro-Generation nach einer Pause wieder mit einem MagSafe-Stromanschluss ausgerüstet. Gibt es einen Kurzschluss, wenn ein am Netzteil angeschlossenes MagSafe-Kabel mit dem MagSafe-Steckerende ins Wasser fällt?
Um es kurz zu machen: Nein, es gibt keinen gefährlichen Kurzschluss, der das Netzteil zerstört oder die Sicherung im Haus herausfliegen lässt, wenn das Ende des MagSafe-Kabels ins Wasser fällt.
Erklärung: Der Stecker steht nicht dauerhaft unter voller Spannung. Moderne Ladesysteme wie Apples MagSafe 3 (ein proprietärer magnetischer DC‑Endanschluss mit intelligenter Kabel-/Netzteilkette) sind "intelligent". Das Netzteil pumpt nicht einfach blind die volle Leistung (z. B. 20 bis 28 Volt und bis zu 140 Watt) durch das Kabel.
Stattdessen liegt an den Pins des unangeschlossenen MagSafe-Steckers zunächst nur eine minimale Prüfspannung an. Wenn dann der Stecker magnetisch an das MacBook andockt, läuft ein Handshake ab: Der Chip im MagSafe-Stecker und der Lade-Controller im MacBook verifizieren einander. Erst wenn das MacBook das Signal gibt: "Ich bin korrekt angeschlossen, alles ist sicher, bitte Strom liefern!", schaltet das Netzteil die volle Ladespannung frei.
Was passiert im Wasser?
Fällt der Stecker nun ins Wasser, schließt das leitfähige Wasser die winzigen Kontakte am Stecker zwar physisch kurz. Aber:
- Das mit dem Wasser kein Handshake abläuft, weiß das Netzteil, dass kein Gerät angeschlossen ist, und schaltet die große Ladespannung gar nicht erst ein.
- Zusätzlich verfügen die Apple-Netzteile über sehr strenge Schutzschaltungen (Kurzschluss- und Überstromschutz). Selbst wenn kurzzeitig ein Fehlerstrom fließt, riegelt das Netzteil in Sekundenbruchteilen ab.
⚠️ Wichtige Warnung: Korrosion
Auch wenn es keinen Knall gibt und keine akute Gefahr für Leib und Leben besteht: Ein MagSafe-Stecker im Wasser ist trotzdem ein Problem.
Selbst die winzige Prüfspannung reicht aus, um in Verbindung mit Wasser Elektrolyse auszulösen. Das bedeutet, dass die feinen goldenen Kontakte am MagSafe-Stecker sehr schnell oxidieren (korrodieren), wenn sie ein Weilchen im Wasser liegen. Ein Indiz dafür sind schwarz angelaufene Pins, was den Kontaktwiderstand erhöht. Im schlimmsten Fall funktioniert ein solcher Ladestecker nicht mehr oder wird beim nächsten Ladevorgang am Mac wegen schlechtem Kontakt ungewöhnlich heiß.
Fazit: Wenn es passiert, gibt es keinen gefährlichen Kurzschluss. Man sollte das Kabel aber sofort aus dem Wasser nehmen und vom Netzteil trennen und vollständig trocknen lassen (am besten mehrere Tage an einem warmen Ort). Erst dann kann man es wagen, es wieder am MacBook anzuschließen.
Flecken richtig entfernen
Sollten sich Flecken an den Kontakten gebildet haben, rubbelt man sie mit einem trockenen Baumwolltuch ab. Wenn sie sich damit nicht lösen lassen, hier noch zwei kleine Ergänzungen für die optimale Reinigung:
- Isopropanol (Isopropylalkohol): Ein Wattestäbchen, das leicht in hochprozentigen Isopropylalkohol (idealerweise 90 % oder mehr, gibt es in der Apotheke oder im Baumarkt) getaucht ist, wirkt oft Wunder. Dieser Alkohol löst die Oxidation, leitet aber keinen Strom und verdunstet danach schnell und rückstandslos.
- Vorsicht vor Kratzern: Kratzen Sie niemals mit spitzen oder metallischen Gegenständen (wie Nadeln, Schraubenziehern oder rauen Schwämmen) an den Pins. Damit würden Sie die hauchdünne Goldbeschichtung der Kontakte zerstören, was das Kabel anfällig für weitere Korrosion und Wackelkontakte macht.