Börsenblick: ASML meldet volle Kapazitäten bis 2028

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Börsenblick: ASML meldet volle Kapazitäten bis 2028

Der massive Infrastrukturausbau im Bereich der Künstlichen Intelligenz befeuert beim weltweit führenden Halbleiter-Ausrüster ASML eine Rekordnachfrage. Das im niederländischen Veldhoven ansässige Unternehmen meldet anlässlich seiner Quartalszahlenveröffentlichung eine Nachfrage, die seine Produktionskapazitäten bei weitem übersteigt. Börsianer, die auf Tech-Werte wie TSMC, Nvidia, Micron oder SK Hynix setzen, dürften sich bestätigt fühlen.

ASML gilt als vielbeachteter Indikator für die Technologiebranche, denn es ist das einzige Unternehmen, das Lithografiemaschinen zur Herstellung von fortschrittlichsten Halbleitern liefert, die hauptsächlich in KI-Datenzentren gebraucht werden. Deshalb werten Fachleute den Ausblick des Unternehmens als Hinweise auf die Investitionshöhen von Chipherstellern wie TSMC, Samsung und Intel.

Im abgelaufenen dritten Quartal lieferte ASML laut seiner heutigen Pressemeldung 113 neue Systeme aus, gegenüber 86 im Vorquartal. Die Auftragsbücher seien bis 2027/2028 voll. Auch hätten Kunden bereits erste Vorbestellungen für die Jahre 2029 und 2030 platziert. Die Firma will ihre Produktion daher "weit über die ursprünglich geplanten 30 Prozent" steigern.

Die hohe Nachfrage nutzte ASML für Preiserhöhungen und steigerte so die Bruttomarge von 54 auf 57,5 Prozent. Als wesentlichen Treiber nennt die Firma den Bereich „Installed Base Management“. Damit meint ASML die Aufrüstung von bereits verkauften Anlagen. Allein mit diesem Upgrade-Service generierte ASML im Berichtszeitraum einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Kunden wie TSMC, Samsung und SK Hynix hätten massiv darauf zurückgegriffen, weil die Lieferfrist für neue Maschinen aktuell über ein Jahr beträgt.

Strategische Märkte und neue Akteure

Regional erwies sich Südkorea als stärkster Markt. Die massiven Investitionen von Samsung und SK Hynix in EUV-Systeme dienen primär der Produktion von HBM-Speichern (High Bandwidth Memory), die für KI-Rechenzentren unverzichtbar sind. Neben den etablierten Cloud-Giganten kann ASML neue Kunden erwarten, darunter etwa das „Terafab“-Projekt von Elon Musk in Texas (volumiert auf 15 Milliarden US-Dollar).

Ausblick und finanzielle Kennzahlen

Für das vierte Quartal prognostiziert ASML einen deutlichen Umsatzsprung auf 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro, verglichen mit 11,7 Milliarden Euro im abgelaufenen dritten Quartal. Parallel zu diesem operativen Wachstum kaufte das Unternehmen Aktien im Wert von 4,1 Milliarden Euro zurück, was in Verbindung mit den fundamentalen Geschäftszahlen als starkes Signal an den Kapitalmarkt gewertet wird.

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